Kommen wir zum Radfahren: Ist gut geplant auch schon halb gefahren?
Schön wär‘s! Weil im Endeffekt wird sowieso alles anders kommen als geplant. Blumig formuliert: „Ich denke, dass es anders kommt, als ich denke.“ (Denksportaufgabe für Mathematiker: Beweisen Sie, dass der letzte Satz wahr ist.)
53 Tage Zeit. Ein Tag Pause in Chicago, ein Tag Arches National Park und ein Tag in Las Vegas. Bleiben 50. 10% Puffer für Schlechtwetter. Bleiben effektiv 45 Tage.
Wer mich kennt, weiß, dass ich jede Einzelne dieser 45 Etappen bereits durchgeplant habe: Start, Ziel, alle Abzweigungen dazwischen. Wie geht man so was an? Erster Schritt ist google maps. Nehmen wir die Strecke von New York City zu den Niagarafällen. Blauäugig könnte man jetzt einfach Start und Ziel eingeben, als Verkehrsmittel „Radfahrer“ wählen und das Ergebnis akzeptieren. Folgendes wäre etwa die Route, die herauskommt (hab hier Auto als Verkehrsmittel wählen müssen, da sich Fahrradkarten offenbar nicht im Blog einbauen lassen, sorry!):
View Larger Map
View Larger Map
Hier der Link zum "echten" Ergebnis für Radfahrer.
Ist natürlich unsinnig, weil viel zu weit. 813km, und im Endeffekt hab ich idealerweise 5 Tage Zeit. Das geht sich nie aus (entspräche einem Tagesschnitt von 163km, und das mit Gepäck im Sommer durch die Appalachen). Als zweiten Schritt versucht man, die Streckenlänge zu optimieren. Verwendet man wieder ausschließlich google maps, bekommen wir jetzt:
View Larger Map
Ist natürlich unsinnig, weil viel zu weit. 813km, und im Endeffekt hab ich idealerweise 5 Tage Zeit. Das geht sich nie aus (entspräche einem Tagesschnitt von 163km, und das mit Gepäck im Sommer durch die Appalachen). Als zweiten Schritt versucht man, die Streckenlänge zu optimieren. Verwendet man wieder ausschließlich google maps, bekommen wir jetzt:
View Larger Map
658km, das sieht doch gleich ganz anders aus (Tagesschnitt 132km, das könnte machbar sein). Ab Ithaca (Punkt C) ist die Sache ziemlich eindeutig. Über die George Washington Bridge (Punkt B) muss ich auch, weil es die einzige Brücke weit und breit ist, die einen Fahrradstreifen hat. Bleibt der Weg von dort bis Ithaca. Und jetzt kommt das Gelände ins Spiel, denn der gezeigte Weg ist zwar vielleicht der kürzeste, aber nicht unbedingt der schnellste.
Aus dem Grund hab ich auf ein zweites Tool zurückgegriffen, nämlich den „Bike Route Toaster“ (http://www.bikeroutetoaster.com/) – eine Streckenplanung inklusive Höhenmeter und Höhenprofil (leider sind keine Radwege drin…). Die Strecke B-C (zweieinhalb Tage Zeit) käme hier auf folgende Eckdaten:
336,19km
3417 Höhenmeter!
Das ist natürlich saftig.
Hier der Link zur Strecke im Bike Route Toaster.
Einfach auf die Registerkarte „Zusammenfassung“ klicken, dann erhält man das Höhenprofil.
Nach einigem hin und her habe ich mich mit mir auf diese geänderte Variante zwischen der Brücke und Ithaca geeinigt:
Riesig ist der Unterschied nicht, aber er ist da. Ausserdem ist die Versorgung auf der Strecke besser, und ich fahre eine zeitlang den Delaware River entlang, der recht schön sein soll :-)
Die Strecke wird dann an den Zwischenstationen noch leicht abgeändert (Motels…) und fertig ist die Planung! Schon gespannt, was ich alles schon am ersten Tag über den Haufen werfen muss.
Countdown: noch 13 Tage bis zur ersten echten Etappe.
In 4 Tagen geht der Flug.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen