Strecke heute: 127,38 km
Höhenmeter: 1451 m
Tagesschnitt: 17,56 km/h
Durchschn. Puls: 130
Wetter: kalt und warm, am Vormittag windstill, am Nachmittag starker Gegenwind, 6-30°C
Zeit netto / brutto: 7 h 15 min / 8 h 35 min
Seehöhe Beginn/Schluss/Minimal/Maximal: 2424 m / 2025 m / 2012 m / 2538 m
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Der heutige Tag war landschaftlich mindestens genauso schön wie der gestrige, leider auch genauso anstrengend. Dadurch hat sich mein Quadrizeps wieder gemeldet und sein Nachbar, das Knie, hat auch angeklopft. Das bedeutet, dass ich für die nächsten Tage Steigungen vermeiden werde. Leider werde ich von den drei alternativen Routen, die sich hier in der Gegend bieten, nur die dritte Wahl fahren können. Aber ich muss mich unbedingt schonen, es kommen noch ein paar anstrengende Etappen, die ich unbedingt fahren will. Darunter eine ziemlich Wilde zwei Tage nach Moab, aber die ist eine Überraschung! Die fahre ich aber nur, wenn der Wind nicht ungünstig ist, das habe ich schon gelernt.
Jetzt zu heute.
Brrrrrrrrrrrr!
6°C am Morgen und Nebel! Keine Frage, lange Laufhose und Leiberl müssen her. Lederhandschuhe brauch ich, als erfahrener Graz-im-Winter-Radler, erst wenns friert. Aber der Nebel lichtet sich langsam, und der Colorado-Canyon kommt zum Vorschein.
Und als dann die Sonne um 8 richtig rauskommt, versuche ich die Morgenstimmung zu fotografieren, was im Gegenlicht leider nicht gelingt. Dafür sehen mich drei Pferde, die neugierig auf mich zutraben und dann verlangen, ebenfalls fotografiert zu werden.
Die Strecke bis Kremmling lege ich mit einem 27er Schnitt zurück, da in der Früh kein Wind geht und die Strecke leicht abfällt. Das hätte ich gestern Nachmittag nicht geschafft! Ich musste möglichst schnell unterwegs sein, damit mich der angesagte Gegenwind so spät wie möglich trifft. Was auch ganz gut funktioniert hat.
Ab Kremmling geht's dann 40 km lang über eine dirt road, also einen Drecksweg. Aber so schlecht der Weg, so herrlich die Landschaft. Kein Mensch ist hier unterwegs, auf der ganzen Strecke liegen insgesamt drei Farmen und ein Campingplatz, sonst nichts.
Bei der Landschaft frage ich mich unwillkürlich, wie wohl der Oberpinzgau, der ja auch schön ist, ohne menschlichen Eingriff aussehen würde. Aber abgesehen von der Besiedlung, die bei uns ja viel dichter ist, wurde ja auch die Salzach begradigt und reguliert und die Feuchtwiesen, die einmal den ganzen Talboden bedeckt hatten, wurden alle trockengelegt und in "Kulturlandschaft" umgewandelt. Da muss einfach ein Seitenhieb her: vor ein paar Jahren starteten die Bauern bei uns eine Aktion: sie mähten ein paar Ecken ihrer Wiesen nicht und stellten ein Schild davor: "Warum wird hier nicht gemäht? Landschaftspflege ist nicht selbstverständlich!". Das Dumme war nur, dass die nicht gemähten Ecken viel schöner waren als der Rest, auch nach Meinung der vielen Schmetterlinge dort.
Hier ist das undenkbar. Nichts ist reguliert oder trockengelegt. Alles wächst so, wie es soll.
Netterweise ist genau der schönste Kilometer doch asphaltiert, so dass ich dort ein Video drehen kann, ohne dass einem beim Zuschauen schlecht wird (wegen der Erschütterungen auf der dirt road).
Und da ich an dieser Stelle gerade den ersten Pass hinter mir habe, ist der Colorado plötzlich ganz weit unten.
Falls jemand einen idyllisch gelegenen Campingplatz suchen sollte, bitte sehr: das ist der "Rancho Del Rio":
Danach folgt der zweite Pass, der ziemlich anstrengend ist, da die Steigung auf 8% raufgeht. Und genau auf diesem Pass trifft mich dann auch der Nachmittags-gegenwind. Der hat laut Vorhersage 30-40 km/h und kommt mir frontal entgegen. Kein Wunder, dass sich mein Bein wieder aufregt (heute hab ich am Abend wieder deutlich gehatscht). Da zeige ich lieber ein Bild von der nachfolgenden Abfahrt:
Und schließich lande ich dann unten im Tal des Eagle River, der 15 km von hier wieder in den Colorado münden wird. Zeitweise geht meine Geschwindigkeit in der Ebene auf 14 km/h runter, wegen Wind und fertig und so. Aber die Straße ist sehr gut: parallel zum Highway 6, den ich hier fahre, geht nämlich die Interstate 70, sodass fast der gesamte Verkehr abgesaugt wird. Dadurch kann man hier sehr entspannt radeln. Und in diesem Tal kommen auch die ersten roten Felsen zum Vorschein, die mich ab jetzt eine Weile begleiten werden und die ich so schön finde!
Und ich habs bis Eagle geschafft. Eagle ist übrigens der Nachbarort von Vail, einem bekannten Schiort. Schneesicher von November bis April, schließlich liegt das Tal ja immer noch auf gut 2000 m Seehöhe.
Morgen werde ich mich, wie gesagt, schonen und die Strecke hier im Tal weiterfahren, ohne Bergwertung. Dadurch werde ich über eine kurze Strecke (9 km) auf der Interstate fahren müssen, die in dem Abschnitt aber gleichzeitig der Highway 6 ist, deshalb darf ich das. Aber abgesehen von dieser kleinen Unannehmlichkeit soll es hier auch einen sehr schönen Radweg geben :-)





Hallo Bernhard,
AntwortenLöschenich wünsche dir viel Glück mit dem Quadrizeps! Deien Fotos sind wirklich großartig. So menschenleere Gegenden gibt's bei uns in Mitteleuropa gar nicht mehr.
Liebe Grüße,
Christoph
Guten Morgen!
AntwortenLöschenVielleicht sollten wir dir einen Masseur für deinen Quadrizeps schicken... Wunderschöne Fotos, die ich mir hier bei einem gemütlichen Frühstück (Domi ist beim Papa) anschauen kann. Domi sucht sich übrigens jeden Tag das Bild von Tomcat mit dem Pflaster heraus und würde es gerne als Poster für sein Zimmer haben :-)
Und wie immer bewundern wir auch heute wieder deine Leistung. Mach dir keinen Stress wegen der Routen, es ist bestimmt jede schön, und deine Gesundheit ist auf jeden Fall wichtiger.
Pünktlich zu meiner freien Woche ohne Kind wird hier das Wetter weider unbeständig, sodass meine Kärnten-Tour wackelt, denn bei Regen und Gewitter will ich nicht fahren. Sa und So sind aber schön angesagt, und ich hab ein Zimmer in Lienz, also fahre ich vielleicht nur hin und her. Ich werde versuchen, auch ein paar nette Fotos zu machen ;-)
Liebe Grüße, schlaf dich aus und tanke viel Kraft für morgen!
Evi
Hallo Bernhard,
AntwortenLöschenich muss mich auch wieder mal mit einem Kommentar melden und dich vielleicht etwas zum Lachen bringen.
Ich hatte letzte Woche Urlaub in Österreich und dachte mir ich könnte mich ja auch wieder mal aufs Mountainbike setzen und den Berg hochtreten. (Du siehst deine Beiträge motivieren die Mitmenschen) Ging auch ganz gut waren so um die 30 km und 1000 Höhenmeter. Durchschnittsgeschwindigkeit und Puls unterliegen dem Datenschutz - gesund wars aber sicher zum Teil nicht mehr - war ajuch verdammt steil. Dann hats mir aber schon wieder gereicht und mit dem anschließenden Grillen und Bier trinken, war der Trainingseffekt auch schon wieder auf Null.
Das mit den Schuhen zubinden können, funktioniert auch nicht so wie ich will. Durch das Radfahren und den enormen Muskelaufbau bin ich noch steifer geworden und ich habe genau das Gegenteil erreicht. Als Techniker weiß ich aber auch schon eine Lösung, ich kauf entweder Schlüpfer oder Schuhe mit Klettverschluss.
Lach mich immer krumm bei deinen Berichten und freue mich dann schon auf den Film. Du musst dir einen knackigen Titel einfallen lassen...
Alles Gute und noch viel Spaß
Hallo Schatz!
AntwortenLöschenDie Fotos sind mal wieder sensationell! Die roten Felsen auch total schön! Die begleiten Dich also ne Weile? Schön, bestimmt auch angenehm. Die Berge sind bei uns in Ägypten auch so Ähnlich auf der Schnellstrasse vom Suez Richtung Hurghada. Leider ist es aber nicht so steil und nur Wüstenlandschaft drumrum hehe.
Ich finds so lieb wie die Pferde Dich so neugierig beobachten :-) Bist wohl mit deinem Fahrrad ein Blickfang ;-)
Schon deinen Oberschenkel und dein Knie soweit es geht. Und mach langsam.
Gute Fahrt! *Crossing my fingers*