Strecke heute: 129,24 km
Höhenmeter: 766 mTagesschnitt: 23,32 km/h
Durchschn. Puls: 123
Wetter: mild, mittlerer Wind aus allen Richtungen. 7-27°C.
Zeit netto / brutto: 5 h 32 min / 6 h 10 min
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Wecker auf 5:30. Aufgestanden, Kaffee gemacht, zwei Muffins aus dem general store von gestern. Frische Batterien, Stativ, Kamera. Warm eingepackt, es ist frisch. Um 6:30 auf den Weg, denn ab der Zeit kann man den Weg auch erkennen. Und ich bin einer der ersten (der 4.) am Sunrise Point! Eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang. Also kann ich mir den schönsten Platz aussuchen, direkt am Geländer gleich neben der Info-Tafel. Baue in Ruhe mein Stativ auf und richte die Kamera aus, gestern habe ich mir die Position und Richtung schon überlegt.
Der Platz wird immer voller, um die 30 Leute tummeln sich knapp vor Sonnenaufgang am Sunrise Point. Und ich habe den besten Platz :-) Und eine Minute vor Sonnenaufgang schalte ich die Kamera ein und nehme das Spektakel auf Video auf. Hier ein paar Snapshots aus dem Video im 30 Sekunden Takt:
Wer ganz genau hinschaut, sieht, dass sich zwischen dem vorletzten und letzten Bild der Bildausschnitt leicht dreht. Das war das menschliche Element, aber nicht meines. Einer der Hintergedanken meines Standortes war, dass ich von rechts durch die Infotafel geschützt bin, vorne war eh der Zaun und ich stand hinter dem Stativ. Leider hatte ich links eine offene Flanke. Und nach 5 Minuten Video (das Farbenspiel war noch längst nicht vorbei) ist mir eine koordinationskreative McTouristin ins Stativ gerannt. Im Video ergibt das einen kleinen Ruck und eine leichte Änderung des Bildausschnittes. Ich hatte den Moment sooo genau vorbereitet, und eine zweite Chance habe ich nicht! Und wenn man sich das Video im Zeitraffer ansieht (das war meine Absicht), dann ist jetzt ein Sprung drin, der sich auch nicht rausschneiden lässt. Hmmpf.
Zum Ausgleich habe ich auf dem Rückweg die hiesige Fauna filmen können...
Jetzt wars spät genug, um im Zion Nationalpark anrufen zu können. Und bekam bestätigt, was ich vermutet hatte: für Fahrräder kein Durchkommen, Shuttle durch den Tunnel gibt es auch keinen. Damit wäre ich auf einen Autofahrer angewiesen, der mich mitnimmt und auch noch Platz für mein Fahrrad hat. Wenn ich es heute versuche, muss ich mindestens 160 km fahren, wenn ich niemanden finde sind davon 60 km umsonst, da Rückweg. Wenn ich es morgen versuche und es nicht schaffe, dann habe ich ebenfalls 60 km Umweg und verliere noch dazu einen Tag. Deshalb entschließe ich mich, Zion zu umfahren. Bryce kann eh nicht mehr getoppt werden.
Und die Strecke beginnt mit einem der schönsten Radwege bisher :-)
Und auch der Rest der Strecke geht durch ein sehr hübsches Hochtal, meisten noch über 2000 m Seehöhe. Ich will jetzt das Post nicht zu sehr in die Länge ziehen, aber ein Ereigniss muss ich noch erzählen:
Kurz nach der Hälfte der Strecke ist der Straßenrand ziemlich schmutzig, wie das sowieso in den USA öfter der Fall ist, kein Vergleich zu zuhause. Insbesondere Reifenfetzen liegen oft herum, und die sind gefährlich, es stehen immer wieder Drahtteile heraus. Zum Teil liegen die auch separat auf der Straße herum. Leider ist es wegen des Verkehrs oft unvermeidlich, weit rechts zu fahren. Jedenfalls höre ich plötzlich von meinem Hinterrad ein Geräusch: klack-klack-klack-klack-klack. Ich höre auf zu treten, Geräusch noch da. Ich werde langsamer, Geräusch wird langsamer. Das kommt vom Laufrad. Also bleibe ich so schnell wie möglich stehen und suche mir einen sicheren Platz, um das Hinterrad zu überprüfen. Tatsächlich: ein 3 cm langes Stück Draht steckt im Hinterrad und ist bei jeder Umdrehung gegen den Kotflügel geschlagen. Mir wird warm. Ich ziehe den Draht raus, etwa 6 mm tief war er im Reifen drin. Und was passiert? Nichts! Mein Pannenschutzreifen hat das ausgehalten! Ich kontrolliere den Rest vom Reifen und es steckt noch ein zweites Stück Draht drin, das nur mehr eben aus dem Profil rausspitzelt. Und jetzt brauche ich, das allererste Mal auf meiner Reise, mein Werkzeug und ziehe mit der Zange des Multitools das zweite Drahtstück raus. Auch das war 4 mm versenkt. Und wieder bleibt der Schlauch ganz.
Da sieht man, was gute Ausrüstung für einen Unterschied macht. Und diesmal war kein Tourist da, der mir den Draht noch hätte extra reindrücken können.
Mir tuts gar nicht leid, dass ich nicht in den Zion komme, ich habe ihn auch schon einmal gesehen. Im Moment ist mir lieber, dass meine Fahrt berechenbar bleibt, ich brauch auch bald eine Pause (Las Vegas), schließlich fahre ich schon seit Chicago durch. Und die Strecke heute war auch sehr schön :-)















Hi Berni
AntwortenLöschenIst ja heftig, welche Energie du hast, kann man dich irgendwo anzapfen und einen Transfer machen? Ich denke da an ein abgewandeltes HID (human interface device). Wäre die erste, die sich da andockt :-)
Wunderschöne Gegend! Möchte mich grad hinbeamen!
PS: Ich hoffe, es gibt in der Gegend gute Kieferorthopäden ("Ruckeltouristin")
lg Sandl
Hallo Bernhard,
AntwortenLöschen"McTouristin" ist gut! Das, was sie getan hat, weniger. Lebt sie noch?
Die Bilder sind wirklich großartig; ich bin schon ganz gespannt auf die Fotos und Videos, die du hier nicht veröffentlichen kannst.
Pause in Las Vegas - nicht schlecht. Verspiel dein Fahrrad nicht.
Weiterhin gute Fahrt!
Liebe Grüße,
Christoph