Strecke heute: 128,70 km
Höhenmeter: 625 mTagesschnitt: 26,06 km/h
Durchschn. Puls: 122
Wetter: warm, erste Hälfte windstill, dann mittlerer Rückenwind. 15-30°C.
Zeit netto / brutto: 4 h 56 min / 5 h 20 min
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Kennt jemand die Folge der Zeichentrickserie des Pink Panther, in der Paulchen von einer Gewitterwolke verfolgt wird? Genauso gings mir heute. Aber ich war schneller! Meistens, jedenfalls...
Die Strecke heute war ziemlich flach, die Berge beschränkten sich darauf, sich neben der Straße aufzubauen. Wind ging auch keiner, also hatte ich einen guten Start; und nach ein paar Minuten ging's nach Arizona:
Ich hatte mir den Wetterbericht sehr genau angesehen und auch meine Streckenführung - der Bericht sprach von Südwind ab spätem Vormittag. Perfekt für meine Strecke! Und so war ich auch optimistisch, als ich den südlichsten Punkt meiner Strecke erreicht hatte und den einsetzenden Südwind bemerkte. Die Gewitterwolke, die links neben mir lauerte, habe ich zu dem Zeitpunkt noch nicht besonders ernst genommen.
Die hatte aber nur auf mich gewartet! Denn genau in dem Moment, als ich vorbeifuhr, nahm sie die Verfolgung auf. Das hatte den Vorteil, dass der Wind nun von hinten kam. Und den Nachteil, dass ich ständig eine riesige Gewitterwolke im Genick hatte. Über 70 km hinweg! Da musste ich ziemlich Gas geben, was durch den Wind auch leichter wurde. Über eine Stunde hinweg hatte ich auch leichten Regen, ein Streifschuss sozusagen. Aber im Endeffekt war ich schneller. Und als ich bei Hurricane Richtung Westen abbog, war das Gewitter so irritiert, dass es den Kontakt zu mir verlor und über dem Zion Nationalpark niedergegangen ist. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es mich erwischt hätte, wäre ich heute durch den Zion gefahren. Ich bin stattdessen in die Richtung des hellblauen Fleckes am Horizont gefahren.
Und auch wieder zurück nach Utah.
Gelanded bin ich heute in St. George, Utah, meiner ersten größeren Stadt seit Ewigkeiten. Und zu der gibt's Einiges zu sagen: St. George hat einen jährlichen Niederschlag von unter 250 mm (Vergleich Graz: ca. 800 mm) und fällt damit unter die offizielle Definition von Wüste. Ich bin in der Wüste! Wenn es jemand genau wissen will: Köppen BWk, ab morgen bin ich in BWh. Und noch eine Besonderheit: St. George liegt in der Nähe (200 km) der ehemaligen Nevada Test Site, dem Atombombentestgelände der USA. Das Gelände wurde natürlich so gewählt, dass es so weit wie möglich von bewohnten Gebieten entfernt ist, was in Nevada nicht schwierig ist. Bei einigen A-Bombenexplosionen in den 50er und 60er Jahren stand der Wind allerdings ungünstig für St. George, wie z.B. bei "Dirty Harry" 1953 (älter als der Film!). Und so gab es hier radioaktiven Fallout, was die Einwohner durch "an oddly metallic sort of taste in the air" bemerkten. In den 50er bis 80er Jahren waren hier auch die Krebsraten signifikant höher als im Durchschnitt.
Das Gewitter ist übrigens doch noch bis hierher gekommen, zwei Stunden nach meiner Ankunft. Heftigste Blitze und ein wilder Wolkenbruch. In dem Moment, in dem ich den Text hier schreibe, sogar schon das dritte Gewitter hintereinander. Wieder einmal Glück gehabt.
Damit möchte ich den dritten Akt, die Berge, beenden und den vierten Akt eröffnen: die Wüste.
Und im Gegensatz zur heutigen letzten Bergetappe startet die erste Wüstenetappe gleich mit einem schönen Pass.

Hallo Bernhard,
AntwortenLöschenPaulchen Panther - ich stelle mir gerade die Verfolgungsmusik vor. Mit dem Wetter hast du wirklich Glück gehabt!
"Köppen BWk, ab morgen bin ich in BWh" - da bin ich zu wenig Insider, um das zu verstehen. Worum geht es da?
Ich habe obige Landkarte studiert. Wenn ich das richtig deute, kratzt du noch einmal Arizona, bevor du nach Nevada kommst. Lustig, dass Colorado City in Arizona liegt.
Gute Fahrt!
Liebe Grüße,
Christoph
Hallo! Guau! Ich komme zurück von meinen Urlaub, und wenn ich dein Blog jetzt sehe, das hat mich wirklich fasziniert. Die Fotos sind sehr eindrucksvoll.
AntwortenLöschenGute Fahrt noch!
Liebe Grüße,
Cecilia