Strecke heute: 184,52 km
Höhenmeter: 566 m
Tagesschnitt: 22,49 km/h
Durchschn. Puls: 136
Wetter: am Vormittag bedeckt und Gewitter, am Nachmittag schwül/heiss und sonnig. leichter Seitenwind. 22-32°C
Zeit netto / brutto: 8 h 12 min / 9 h 47 min
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Noch ein Nachtrag zu gestern: genau in dem Moment, als ich mit der Routenplanung für heute fertig war, totaler Stromausfall. Nicht nur im Motel, sondern in der ganzen Stadt. Bis 3 in der Früh. Jetzt funktioniert der Laptop zwar auch mit Akku, der Server fürs wireless lan aber nicht! Nochmal Glück gehabt.
Heute startete ich früh und war um 7 on the road. Es hatte schon 22°C und war so schwül, dass sogar die Maisfelder schwitzten (Morgennebel).
Und ich auch. So eine drückende Schwüle schreit geradezu nach einem Gewitter, und das am Vormittag. So richtig hell wurde es auch nicht, alles dunkelgrau, und so war das Wetter für mich schwierig einzuschätzen. Aber dann kam ein eindeutiges Zeichen.
Schnell Navi gecheckt: bis in den nächsten Ort sind es 5 km. Und genau darüber sitzt das Gewitter und kommt auf mich zu. Musste ich mir was anderes überlegen. Rechts von mir eine Farm mit vielen Geräteschuppen, und hinter einem der Gebäude hörte ich einen Traktor. Gerade darauf zu, und fragte den Farmer, ob ich mich in einem seiner Schuppen unterstellen dürfte, da ein Gewitter kommt. Der Farmer schaut zum Himmel, meint "that's serious" und lädt mich daraufhin ein, mich so lange unterzustellen wie ich will. Genau in dem Moment fängts auch schon zu tropfen an, ich bedanke mich schnell und flüchte in einen der Geräteschuppen. 2 Minuten später kommt der Farmer nach, da es richtig anfängt zu gießen. Und so warten wir gemeinsam auf das Ende des Regens. Bob, so heißt er, erzählt mir, dass seine beiden Töchter Lehrerinnen sind und sie heute Abend in die Quad Cities fahren, um den Geburtstag der Älteren zu feiern. Und die Gewitter hier seien sehr heftig, es ist gut, dass ich nicht weitergefahren bin. Wie zur Bestätigung schlägt darauf in einer Sekunde Entfernung (300 m) der Blitz in ein Maisfeld ein.
Nach einer halben Stunde bin ich wieder unterwegs und die Luft ist frisch und sauber. Einige dunkle Wolken hängen aber noch immer rum und auf meinem weiteren Weg zum Mississippi stelle ich mich noch einmal bei einer Tankstelle unter. Durch das bessere Licht am späten Vormittag lässt sich das Wetter aber besser schätzen, die nächste halbe Stunde sieht man immer voraus.
Und zu Mittag reisst's dann auf und die Sonne kommt raus! Genau pünktlich für den längsten Fluss Nordamerikas.
Und der bringt Abwechslung in die sonst eintönige Strecke. Und 25 km Radweg!
Auf diesem Bild sieht man bereits die Brücke, auf der ich den Mississippi überquere und damit im nächsten Bundesstaat lande, nämlich Iowa. Und dort geht die Straße auch recht angenehm weiter, nix Maisfelder, sondern eher Urwald.
Als ich 35 km vor dem Ziel an einer Tankstelle meine Vorräte wieder auffülle, fragt mich einer der Autofahrer:
"Where' you headin'?"
"San Francisco, but not today"
"Sprechen Sie deutsch?"
Gotcha! Hab ich wirklich so einen Akzent?
Der freundliche Amerikaner stellt sich als Kurt Boche vor, aus Schweinfurt, aber 1959 ausgewandert, genauso wie seine 15 Geschwister. Und ist jetzt waschechter Amerikaner. Als ich ihm von meiner Tour erzähle, will er mir spontan etwas schenken ("da ich ja schließlich einiges an Ausgaben haben werde", meint er) und drückt mir gut 20$ in die Hand! Man stelle sich so etwas zuhause vor. Kurt erzählt mir auch noch von seinen ersten Erfahrungen mit Amerikanern nach dem Krieg (er ist 1940 geboren), und dass er sie immer als sehr freundlich empfunden hat, was ich bis jetzt nur bestätigen kann. Kurt verdient jetzt sein Geld als musikalischer Alleinunterhalter. Leider habe ich keine Internetseite von ihm gefunden und email auch nicht, aber falls jemand in die Gegend von Muscatine, Iowa kommen sollte, das ist seine Visitenkarte:
Und jetzt bin ich auch in Muscatine angekommen, in diesem Ort hat auch Mark Twain zeitweise gelebt, und habe zu Abend ein all-you-can-eat Buffet von einem Chinesen gefunden. Die haben an mir nicht viel Geld verdient.
Und ich bin noch immer ganz baff von den Menschen hier.





Hallo mein Schatz!
AntwortenLöschenIch finds total schön, dass die Amis Dich so lieb und freundlich in ihrem Land empfangen! Sowas sollte es mal in DE geben...Bob und Kurt sind ja wirklich total nett! :-)
Pass aber auf, angeblich ist in Iowa das sogenannte trespassing rule sehr verbreitet...man darf das Grundstück eines Fremden nicht ohne Erlaubnis betreten...sei vorsichtig!
Wünsche Dir eine gute Fahrt und hoffe Du bleibst weiterhin vom schlechten Wetter verschont. Halte durch, nicht mehr lang und Du bist aus den Maisfeldern raus!
Hier was zum aufmuntern:
http://www.youtube.com/watch?v=qUHbf1OVSG4
Die Geschichte mit Kurt Boche finde ich zum Schreien! Wie aus einem Film - naja, oft ist das Leben skurriler
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