Yihaa!!!
Strecke heute: 185,10 km
Höhenmeter: 974 m
Tagesschnitt: 21,21 km/h
Durchschn. Puls: 130
Wetter: heiss und schwül, mittlerer Seitenwind, 25-32°C
Zeit netto / brutto: 8 h 43 min / 9 h 50 min
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Geschafft! Ich bin aus den Hügeln draussen! Vielleicht mag sich der eine oder andere fragen, warum ich in den letzten beiden Tagen so extreme Etappen gefahren bin. Ich hab mir vorgenommen den Rückstand, den mir das unerwartet hügelige Iowa eingebracht hat, wieder aufzuholen. Körperlich gehts mir gut, und so lange das so bleibt, nutze ich das stabile Wetter. Auch wenns ziemlich heiss ist. Und mit dem Kraftakt von gestern und heute fahre ich meinem "Optimalplan" nur mehr 40 km hinterher.
Dabei war es entscheidend, am Platte River und damit am Highway 30 anzukommen. Ich habe schon in verschiedenen Quellen gelesen, dass hier der Weg einfach nur eben (mit einer ganz leichten Steigung, mehr dazu später) ist. Ausserdem ist nicht viel Verkehr und die Straße hat eine gute shoulder, ist also angenehm zu fahren. Und in google maps findet man, dass es hier alle 20 km einen Ort mit Tankstelle, Restaurants und Motels gibt. In den letzten Tagen waren es alle 50 km. Damit bin ich jetzt viel freier in meiner Tagesplanung und kann reagieren, wenn's grad besonders gut oder schlecht geht!
Und wie lief's heute? Ziemlich gut! Die extreme Schwüle von gestern hat mich abgehärtet und jetzt kommen mir 32°C bei 60% Luftfeuchtigkeit durchaus erträglich vor. Aber genau in den Momenten, in denen man zum trinken stehen bleibt, wird man zum Springbrunnen. Dann darf man nicht nach unten schauen, sonst brennen die Augen...
Am Morgen bestätigt sich der Eindruck von Omaha, den ich gestern schon gehabt hatte:
Omaha scheint mir eine Mischung aus Buffalo und San Francisco zu sein. Unglücklicherweise besteht die Mischung aus der Topografie von San Francisco und dem Charme von Buffalo. Mir wäre auch noch nie die schlechte Luft in einer Stadt so aufgefallen wie hier. Ich bin also ganz froh, wieder draussen zu sein. Aber über jeden Ort soll man auch was Gutes sagen, und das betrifft hier den Radweg, den ich in der Stadt gefunden habe: der war wirklich schön und hat mir einige Hauptstraßen erspart :-)
Und bald nach Omaha überquere ich auch den Platte River. Ich folge ihm aber noch nicht, denn das wäre hier etwa 40 km Umweg. Stattdessen fahre ich kerzengerade Richtung Westen weiter.
Ich finde es faszinierend, wieviel Platz hier den Flüssen noch gelassen wird. Es ist aber auch genug Platz da...
Nebraska versucht dann auf den ersten 100 km Iowa nachzuäffen, schafft es aber nicht ganz. Die Hügel sind zwar da, aber nicht mehr so giftig wie noch gestern. Und dann macht Nebraska das, was man von ihm erwartet: es ist flach. Wobei, meine Wahrnehmung von "flach" ist im Moment noch etwas verschoben...
Den täglichen "Herr, schmeiß Hirn vom Himmel" - Moment erlebe in einer Baustelle. Die Fahrbahn ist über mehrere Kilometer hinweg von kleinen roten Kieseln übersäht, die ein wenig mit Teer verklebt sind. Die Straße ist aber breit und hat auch einen guten Seitenstreifen, der frei ist und auf dem ich fahre. Auch auf der Fahrbahn haben sich schon 2 Spuren frei von Kieseln gefahren, und die meisten Autos fahren auch genau in diesen Spuren. Alles geht sich locker aus. Aber einige wenige Spezialisten...
...glauben mich besonders weiträumig umfahren zu müssen. Und landen damit mit den rechten Reifen mitten im Schotter, der dann quer durch die Gegend fetzt. Durch den Teer haftet er nämlich besonders gut am Reifen und kann richtig Schwung holen, um dann möglichst weit zu fliegen. Das prasselt! Wenn ich nackt fahren würde, würde ich ein Peeling bekommen. Mach ich aber nicht. Und bin froh, auch eine Brille aufzuhaben. Der arme Tomcat kriegt natürlich die volle Ladung ab.
Und schließlich lande ich nach 160 km wieder am Platte River. Und alles ist so wie erwartet :-) Extrem flach, gute Schulter und eine minimale, gleichmäßige Steigung, die man nie bemerken würde, wenn es der Höhenmesser nicht anzeigte.
Die Silos sieht man übrigens etwa 10 km weit! Was drinnen ist weiß ich natürlich nicht - Kühe sinds keine, dafür gibt es in der Gegend zu wenige - vermutlich irgendwas mit Mais. Schaut Euch mal die Waggons daneben an, dann könnt Ihr die Größe der Dinger abschätzen.
Zur Steigung: ich bin jetzt in Central City, das liegt auf gut 500 m Seehöhe. Bis zum Fuß der Rockies fahre ich größtenteils am Platte River entlang, der langsam ansteigt. Und zwar bis auf 1600 m, denn erst ab der Höhe beginnen dann die Berge! Im Schnitt braucht man für die kommende Strecke damit eine Steigung von etwa 0,2-0,3%, um die Höhe zu überwinden - und genau die Steigung hat die Straße auch. Und zwar konstant, ohne irgendwelche Tricks...




Hallo Bernhard,
AntwortenLöschendamit hast du den wohl langweiligsten Teil hinter dir. War das dann die zweite Etappe? "Reise durch Boreville", sozusagen?
Möge es wieder bergauf gehen - im übertragenen Sinne natürlich.
Liebe Grüße,
Christoph
Hi Christoph,
AntwortenLöschender langweiligste Teil ist, glaube ich, leider noch nicht vorbei, der dauert noch ein paar Tage. Aber der unberechenbare ist vorbei. Ist viel wert :-)