Strecke heute: 131,98 km
Höhenmeter: 963 m
Tagesschnitt: 20,62 km/h
Durchschn. Puls: 126
Wetter: sonnig und heiss, Seitenwind, 22-32°C
Zeit netto / brutto: 6 h 24 min / 6 h 55 min
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Zuallererst muss ich einen Irrtum eingestehen: Ich bin ja noch gar nicht in den Great Plains! Sondern erst im Mittleren Westen. Kein Wunder, dass es hier so hügelig ist! Und dann kommen auch einige Höhenmeter zusammen, siehe heutige Statistik. Je nach Definition starten die Great Plains erst am 100. Längengrad, ab 600 m Seehöhe oder der 500 mm Isohyete (Richtung Westen wirds trockener), was aber ziemlich dasselbe ist. Für mich beginnen sie dann effektiv, sobald ich am Platte River angekommen bin, denn ab da wirds garantiert flach.
Und das wars heute ganz und gar nicht. Jaaa, liebe Gegend, Du bist eh hübsch, aber so besonders auch wieder nicht, das muss einfach mal gesagt werden. Der mittlere Westen und dann die Great Plains sind eben ein bisschen Mittel zum Zweck dieser Reise, nämlich einer kompletten Durchquerung des Kontinents. Und etwas weniger Wind wäre auch mal ok. Bekomme ich leider nicht, dafür werde ich ab Morgen die Ausläufer der Hitzewelle spüren, unter der der Süden im Augenblick stöhnt. 34°C sind angesagt, bei 65% Luftfeuchtigkeit. Die Leute hier sagen auch, dass der heurige Sommer ungewöhnlich heiss ist.
Zurück zur Gegend. Die sieht hier etwa so aus:
Bei Knoxville gestatte ich mir dann 10 km Umweg, da ich durch die heutige kürzere Etappe genug Zeit habe und ich so den Highway 5 vermeiden kann, der 4-spurig ist und ohne Seitenstreifen. Stattdessen mache ich einen kleinen Abstecher zum Lake Red Rock, einem Stausee des Des Moines Rivers.
Stauseen sind hier selten, meistens schlängeln die Flüsse recht naturbelassen dahin.
Und dann kommt eine Baustelle! Auf meiner schön ausgetüftelten detour liegt eine detour. Und die Umleitung versucht mich genau auf den Highway 5 zu lotsen, noch dazu in die verkehrte Richtung. Das ist mir dann einfach zu dumm, ich lasse es darauf ankommen und fahre in die gesperrte Straße rein. Und die Bauarbeiter sehen auch überhaupt kein Problem darin, dass plötzlich ein Radfahrer auftaucht. Natürlich könne ich durch, ich muss nur nachher die Absperrung wieder zumachen.
Das war dann auch die letzte Schwierigkeit, ab da folgten nur mehr weitere Hügel.
Und nun zur Sehenswürdigkeit: Evi hat ja den größten Maiskolben vorgeschlagen. Das dürfte ich den Leuten hier keinesfalls sagen, denn es handelt sich um:
John Wayne! Der ist natürlich nicht die Sehenswürdigkeit, weil schon tot (obwohl sich das ja nicht notwendigerweise ausschließen muss, den Amis traue ich zu, dass sie ihn ausstopfen), sondern seine Geburtsstätte. 1907 in Winterset, Iowa. Und hier bin ich jetzt. Das "Museum" ist im Augenblick mehr ein Souvenirshop, ein richtiges Museum ist aber geplant, und die Finanzierung fast gesichert.
Nicht lachen, schließlich haben wir auch ein Schwarzenegger-Museum und Mozarts Geburtshaus ;-)
Die Amis lassen nichts über ihren Duke kommen, Kritik ist da nicht angebracht. Und sofern es nicht um Militarismus oder volkstümliche Musik geht, bin ich ja auch bei jedem Blödsinn dabei. Also besorge ich mir mein John-Wayne-Accessoire, nämlich ein Halstuch. Und Tomcat probierts auch gleich in Wild-West-Manier aus:
Und ich komm jetzt noch breitbeiniger daher als eh schon vorher. Und höre John Waynes kratzige Synchronstimme: "Und ich rate Dir, wenn Du Richtung Westen reitest, packe die Schokoriegel..."
Morgen habe ich viel vor und werde früh starten, vielleicht kann ich wieder ein paar Kilometer aufholen. Wenn mich nicht die Hitzewelle bremst.


"Morgen habe ich viel vor..."
AntwortenLöschen=> oh ja, unter Anderem mich zu Tode erschrecken :-D
Bin ich froh, dass es Dir gut geht! Warst sehr fleissig, bin stolz auf Dich! Aber ich möchte nicht zuviel verraten - Details sehen wir Leser ja bei deinem kommenden heutigen Blog :-)
Drück Dich!