Um mein Bein zu schonen, bin ich heute eine sehr kurze Etappe gefahren. Und sowohl Tomcat als auch Dominiks Eisbären haben mich angeschoben!
Strecke heute: 50,42 km
Höhenmeter: 883 m
Tagesschnitt: 13,78 km/h
Durchschn. Puls: 125
Wetter: erst windstill, dann starker Gegenwind, 20-30°C
Zeit netto / brutto: 3 h 39 min / 4 h 15 min
Seehöhe Beginn/Schluss/Minimal/Maximal: 1511 m / 2295 m / 1511 m / 2315 m
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Und trotz der Kürze hab ich mir Einiges an Höhe erarbeitet, jetzt bin ich schon auf knapp 2300 m Seehöhe.
Loveand scheint eine nette Stadt zu sein, mit Vierteln von gepflegten Einfamilienhäusern. Und Eichhörnchen, wieder einmal.
Etwa 15 km gehts über Hügelchen dahin und ich gewinne nur leicht an Höhe. Und dann, fast von einem Moment auf den anderen, biegt die Straße in eine Schlucht. Von da an gehts stetig bergauf, und ich fühle mich fast wie zuhause :-)
Auf dem Weg liegt eine Seltenheit in den USA: Ein kleiner Familienbetrieb, der selbstgemachten Saft verkauft! Alles 100% Eigenproduktion, keine Konservierungsmittel, Zuckerzusatz oder sonstwas. Da muss ich mir einfach was mitnehmen und entscheide mich für einen "Blackbeary Cider", was sich sehr gut mit "Brombärsaft" übersetzen lässt. Eines der Logos des Betriebs ist nämlich ein Bär.
Leider ist der Weg nicht ganz gleichmäßig steil, ein paar Passagen testen mein Bein ganz schön. Maximum sind zwei kurze Strecken mit etwa 7% und Gegenwind, die Steigung werde ich morgen fast durchgehend haben. Überraschenderweise überstehe ich die Steigungen gut; auch, weil ich viele Pausen mache und zwischendurch immer massiere und auflockere. Aber ganz rund ist der Tritt noch nicht und ich spüre hin und wieder ein Ziehen im Muskel. Da musste ich heute noch vorsichtig sein, schließlich muss ich morgen topfit sein, da darf ich nichts riskieren.
Dazu muss ich sagen, dass mein Rad relativ "lang" übersetzt ist, also nicht wie ein Mountainbike, sondern wie ein Rennrad. Und unter normalen Umständen ist das auch kein Problem, schließlich hab ich die Appalachensteigungen auch geschafft. Aber sobald ich unter 10 km/h fahre, kann ich nicht mehr zurückschalten und muss eben fester treten.
Und schließlich, nach 35 km durchgehender Steigung, erreiche ich Estes Park!
Der Ort ist jetzt nicht die große Offenbarung und erinnert mich ein bisschen an Obertauern, nur wesentlich größer. Dafür haben die Motels witzige Namen wie "Appenzell Inn" oder Tyrol Inn". Es gibt hier aber Unmengen (nach amerikanischen Maßstäben) an Radfahrern, der Ort hat komplett auf Sommertourismus gewechselt. Das war früher nicht so: früher gab es hier die "Hidden Valley Ski Area" ein paar km oberhalb des Ortes; morgen werde ich vorbeifahren. Das Schigebiet ist 1991 geschlossen worden, da der Betrieb mit den Richtlinien des Rocky Mountains National Park nicht vereinbar war. Man stelle sich das in Österreich vor...
Hier in Estes Park steht übrigens das Stanley Hotel, Inspirationsquelle für Stephen Kings "The Shining", in dem ein Schriftsteller ein im Winter von der Welt abgeschottetes Hotel betreuen soll und dabei wahnsinnig wird (verfilmt vom genialen Stanley Kubrick mit dem noch genialeren Jack Nicholson: "Hier ist Johnnnyyy!").
Das mit Obertauern nehm ich jetzt zurück, Estes Park hat mehr Charme. Dafür sorgen auch die Hirsche. Die dürfen nämlich nicht gejagt werden und laufen frei in der Stadt herum. Der hier hat es sich zum Beispiel gerade auf dem Golfplatz gemütlich gemacht.
Und jetzt werde ich früh schlafen gehen, damit ich morgen zeitig rauskomme. Ich habe keine Ahnung, wie lange ich wirklich auf den Pass brauchen werde, auf jeden Fall warten 1400 Höhenmeter auf mich. Schließlich habe ich mir ja nicht irgendwas ausgesucht, sondern die Trailridge Road, die höchste Passstraße der USA. Über die kontinentale Wasserscheide gehts ebenfalls, und zum Ursprung des Colorado Rivers!



Lieber Bernhard,
AntwortenLöschenauf diesem Weg mal wieder aufmunternde Worte. Und ein kleines Dankeschön für deinen sehr kurzweiligen Reisebericht!
Schi Heil!
Ernst
Hallo Bernhard,
AntwortenLöschenEstes Park scheint ein sehr netter Ort zu sein, und deine Fotos sind großartig!
Ich stelle mir gerade vor, was in Österreich los wäre, würde man ein komplettes Skigebiet schließen. Nein, ich stelle es mir lieber nicht vor, es ist zu grausam ...
Gute Besserung wegen deines Beins und toi toi toi!
Liebe Grüße
Christoph
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