Strecke heute: 150,83 km
Höhenmeter: 667 m
Tagesschnitt: 20,61 km/h
Durchschn. Puls: 126
Wetter: heiter, leichter Wind aus allen Richtungen (hintereinander, nicht gleichzeitig), 17-32°C
Zeit netto / brutto: 7 h 19 min / 8 h 20 min
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Aller Anfang ist schwer. Heute waren die ersten 100 km schwer. Nicht, weil es hügel, windig, oder heiß gewesen wäre, aber leider sehr fad, und deshalb hatte ich über ein paar Stunden hinweg ein kleines Motivationsloch. Hilft nix, im Vergleich zur Gesamtstrecke ist sowas nur ein kleines Schlagloch, und mit der Einstellung gings dann auch (und das trotz des perfekten Wetters!). Ab und zu haben auch ein paar Autos aufmuntern gehupt, oder vielleicht lag es auch daran, weil ich wegen der Schotterhaufen am Straßenrand gut einen halben Meter innerhalb der Straße gefahren bin. Solche Strecken gehören eben dazu, man kann ja von den Doppelkeksen auch nicht immer nur die Füllung essen.
Letztendlich hat mich dann die Ankunft am Lake Michigan motiviert. Noch ein Stück größer als der Eriesee, fast halb so groß wie die Adria und Nummer 5 auf der Liste der größten Seen der Erde. Am Lake Michigan liegt dann auch Chicago, wo ich morgen ankomme.
Denn in der Nähe vom See konnte ich dann endlich vom Hwy 12 runter und über einen kleinen Waldweg...
...kam ich dann direkt beim See raus :-)
Und meine Stimmung war sofort wieder im Lot, ich kam mir vor wie auf Urlaub in Kroatien. Die Luft ist auch gleich ganz anders, satter, und überall laufen Leute rum, die grad vom Strand kommen oder hin wollen. Es gibt nämlich durchaus viele öffentliche Zugänge, und der mehrere Kilometer lange Sandstrand ist ebenfalls öffentlich.
Und auch die Häuser hier sahen nach wohlhabenden Besitzern aus. Trotzdem wette ich, dass der durchschnittliche österreichische Gemeindebau besser isoliert ist. Ob man hier mit Wärmeschutzfenstern ein Geschäft machen könnte?
Aber die schönste Idylle endet an der Industriezone, und ein erster Vorposten befindet sich schon am Ende des Ortes Michigan City (der eigentlich in Indiana liegt, in dem Bundesstaat bin ich jetzt). Also ab zum nächsten Radweg. Der beginnt recht bescheiden, aber ausreichend:
Später wird er dann recht brauchbar. Allerdings finden sich noch Reste des letzten Gewitters, durch die ich fahren muss:
Im Standbild schwierig zu erkennen, im Video wirds dann besser: in der Mitte springt grad ein Frosch davon! Ich fahr also wirklich mitten durch die Natur.
Was am Anfang noch recht witzig war, wird aber bald recht schwierig, denn die Strecke geht Kilometerweit so weiter. Ich hab dann heute Abend eine Stunde investiert, um Rosinante wieder vom Dreck zu befreien, denn jeder Dreck, der nicht drauf ist, kann auch nicht an die Kette kommen.
Und irgendwo auf diesem Weg hatte ich dann auch ein deja vu. Meine erste Assoziation war, das muss am Zeitzonenwechsel liegen, schließlich ist es ja nicht mehr 3 am Nachmittag, sondern schon wieder 2, und bei der Zeit war ich heute schon mal. Aber dann fiel es mir wieder ein. Zuhause im Pinzgau, auf der Schattseite von Piesendorf (wo ich herkomme), gabs vor 30 Jahren mal einen Fußweg der Salzach entlang zwischen der Krinnererbrücke und Hummersdorf. Und an genau den Weg erinnerte mich der Radweg hier. Dort bin ich mit meiner Oma oft spazierengegangen, als ich klein war.




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AntwortenLöschenHi Bernhard,
AntwortenLöschenjetzt wirds Zeit dass ich auch mal hier was reinschreibe! Also ich muss schon sagen echt gewaltig, unglaubliche Bilder und unglaubliche Geschichten! Mit dieser Aktion hast du dir natürlich ein Denkmal gebaut!!! Bin begeistert wie du dich jeden Tag wieder neu motivierst und die nächsten 150km in den Angriff nimmst, genial.
Also dann noch eine gute fahrt bis nach Chicago und ich wäre nicht da Schlachi wenn ich dir nicht ein Lance Armstrong Zitat auf den Weg gebe (falls du wieder einmal einen Motivationsschub brauchst!):“Pain is temporary. It may last a minute, or an hour, or a day, or a year, but eventually it will subside and something else will take its place. If you quit, however, it lasts forever.”
Bis bald und alles Gute weiterhin!
Schlachi